Pressemitteilung Grüne: „Verdienstorden für Rudolf Spohr wäre heute undenkbar“

Mit der Bitte, die Möglichkeit einer Aberkennung des Niedersächsischen Verdienstordens für Rudolf Spohr wegen seiner NS-Vergangenheit und seines Umgangs nach 1945 damit zu prüfen, haben sich die grünen Landtagsabgeordneten Helge Limburg und Hans-Joachim Janßen an die Niedersächsische Staatskanzlei gewandt. Spohr gehörte während des Krieges als Ordonnanzoffizier dem Oberkommando des Wehrmachtsheeres an. In der Nachkriegszeit betätigte sich Spohr bis zu seinem Tod 2006 als Kulturförderer in der Stadt Nordenham und erlangte damit lokale Bekanntheit und öffentliche Ehrungen. Im Jahr 2014 war seine Nazi-Vergangenheit, von der er sich zeitlebens nie distanziert hat, aufgedeckt worden. Dem Schreiben an die Staatskanzlei  vorangegangen waren entsprechende Anregungen von Elmar Hüttenmeister, Sprecher des Grünen-Ortsverbands Butjadingen und Mitglied der Goethe-Gesellschaft Nordenham, deren jahrzehntelanger Vorsitzender Spohr war und deren Ehrenmitglied er noch immer ist.

Jörg Mielke, Chef der Staatskanzlei, bekräftigte in seiner Antwort, dass Personen wie Spohr heutzutage mit Sicherheit der Niedersächsische Verdienstorden nicht verliehen werden würde. Eine Aberkennung der vom Land erteilten Ehrung sei allerdings posthum aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Anders verhält es sich nach Auffassung der Grünen jedoch für kommunale Ehrungen. „Unzählige deutsche Städte haben wenigstens durch symbolische Aberkennungsbeschlüsse diverse Ehrenbürgerschaften für NS-Funktionäre bis hin zu Adolf Hitler ausdrücklich gestrichen. Dieser Weg stünde auch der Stadt Nordenham offen.“ Erklärte dazu Helge Limburg, rechtspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion.

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