Versprechen aus den 80er Jahren wird endlich eingelöst Nienburger Umweltverbände begrüßen geplantes Ende des Torfabbaus

Die im neuen Landesraumordnungsprogramm geplante Streichung der Vorranggebiete für den Torfabbau stößt bei den Nienburger Umweltverbänden auf einhellige Zustimmung. Das haben Vertreter des örtlichen BUND, des NABU und der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) in einem Gespräch mit dem Nienburger Landtagsabgeordneten Helge Limburg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) deutlich gemacht. Bereits im ersten niedersächsischen Moorschutzprogramm, das Mitte der 1980er Jahre in der Regierungszeit des CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht erarbeitet worden sei, sei das Ziel des Ausstiegs aus dem Torfabbau verankert gewesen. Nicht zuletzt für den Klimaschutz habe der Erhalt von Torf und Moor eine hohe Bedeutung.

„Wir setzen jetzt um, was schon vor 30 Jahren angekündigt wurde. Wenn die Torfwirtschaft da von mangelndem Vertrauensschutz spricht und erst jetzt anfängt, die Forschung nach Ersatzstoffen voranzutreiben, kann ich das schlicht nicht nachvollziehen. Außerdem laufen die bereits genehmigten Abbauvorhaben zum Teil noch Jahrzehnte und ein Abbau der schon genehmigt ist, kann auch durchgeführt werden“, sagte Limburg.

Der vorgesehene Vorrang von Torferhalt solle bestehen bleiben, erklärte Limburg. Die aktuell vom Landvolk losgetretene Diskussion um eine angeblich zwangsweise Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorflächen sei hingegen „absurdes Bauerntheater“. Darin waren sich Naturschützer und Grünen-Politiker Limburg einig. Dass ein Landesraumordnungsprogramm allein aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht in die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung eingreifen könne, ist nach Meinung des Rechtspolitikers Limburg selbstverständlich auch den Fachleuten des Landvolks klar. „Deshalb ist das ganze Gerede um Wiedervernässung und Enteignung eine gezielte Kampagne der Landvolkspitze“, meint Helge Limburg. „Wenn das gegen rot-grün in Hannover gerichtet wäre, würde ich dem Landvolk keinen Vorwurf machen. Das ist das normale politische Geschäft, damit können wir umgehen. Was aber überhaupt nicht geht ist, dass die Landvolkspitze ganz gezielt Ängste bei den Bäuerinnen und Bauern schürt, nur um Stimmung gegen Landwirtschaftsminister Christian Meyer zu machen“, so der Nienburger Grünen-Abgeordnete.

Die ihm von NABU, BUND und ÖSSM übergebenen Vorschläge zur Verschiebung der Grenzen der geplanten Vorranggebiete für den Torferhalt werde er an das für das Landesraumordnungsprogramm zuständige Landwirtschaftsministerium weitergeben, versprach Helge Limburg.

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