Pressemeldung Nr. 189 vom

Millionen für Insolvenzverwalter und keinen Cent für Betriebsangehörige? Konsequenzen aus „Panorama“-Bericht gefordert Effizienz der Insolvenzgerichte überprüfen

Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung aufgefordert, die Struktur und die Praxis der Arbeit der 33 Insolvenzgerichte in Niedersachen zu überprüfen. Hintergrund ist ein Fall aus Aurich, bei dem ein Insolvenzverwalter für zweieinhalb Monate Tätigkeit ein Honorar in Höhe von 14,5 Millionen Euro zugesprochen bekam, während die Mitarbeiter des letztlich insolventen Unternehmens auf einen Großteil ihres Gehalts verzichten mussten. Das ARD Magazin "Panorama" hatte am 6.5. über den Fall berichtet.

"Hier gibt es ein eklatantes Missverhältnis zwischen Honorar und Gegenleistung", sagte der rechtspolitische Sprecher Helge Limburg am Dienstag (heute) in Hannover. Es dürfe nicht akzeptiert werden, dass aus der Insolvenzmasse eines Unternehmens im Wesentlichen die Insolvenzverwalter und erst danach die Mitarbeiter entlohnt werden. Der Grünen-Politiker sieht das Justizministerium in der Pflicht zu überprüfen, ob es sich dabei um einen Einzelfall handelt "oder ob es strukturelle Defizite bei den niedersächsischen Insolvenzgerichten" gebe. Eine entsprechende parlamentarische Initiative haben die Grünen für das Juli-Plenum eingereicht. Limburg: "Nach dem Fall in Aurich kann der Justizminister nicht einfach zur Tagesordnung übergehen."

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