Zwischenlager Leese Grüne: Umweltministerium fährt nur noch auf Sicht

Anlässlich der Diskussion um den weiteren Umgang mit den Problemfässern im Atommüll-Zwischenlager Leese hatten die Grünen Aufklärung gefordert und eine Landtags-Anfrage gestellt. „Das Umweltministerium fährt auf Sicht,“ kommentiert Helge Limburg die vorliegende Antwort. Die Zwischenlager-Problematik könne so jedoch nicht vernünftig bearbeitet werden, kritisiert der grüne Landtagsabgeordnete für die Region Nienburg.

Miriam Staudte, Atomexpertin der Grünen im Landtag, erklärt die komplizierte Lage: „Es ist unklar, was genau in den Steyerberg-Fässern in Leese verpackt wurde und in welchem Zustand die Fässer sind. Es ist unklar, ob die Fässer nach der Bearbeitung wieder zurück nach Leese kommen oder bei dem Konditonierungsunternehmen verbleiben. Auch eine Lagerung in Gorleben oder einem anderen bundeseigenen Lager will die Landesregierung nicht ausschließen. Es ist außerdem völlig unklar, wie lange die Zwischenlagerung noch dauern soll.“ Ein sicheres Endlager stehe bislang nicht zur Verfügung.

Helge Limburg fordert: „Umweltminister Lies muss die Menschen vor Ort regelmäßig und transparent über die weiteren Planungen für die Leese-Abfälle informieren. Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass hier Abfälle illegal eingelagert wurden, muss dies auch strafrechtlich verfolgt werden.“ 99 Prozent der Steyerberg-Fässer wurden von der Firma Amersham Buchler aus Braunschweig angeliefert. Heute wird das Geschäft mit der Atommüll-Konditionierung von Eckert & Ziegler Nuclitec weitergeführt. Dazu Staudte: „Der Auftrag für die Nachkonditionierung der Alt-Fässer darf keinesfalls an Eckert & Ziegler gehen, das würde den Bock zum Gärtner machen. Eckert und Ziegler darf heute nicht erneut an den Sauereien von damals verdienen.“

Die Grünen fordern ein Gesamtkonzept zur Längerfristigen Zwischenlagerung. „Dass es mit der Zwischenlagerung so nicht weitergehen kann, ist offensichtlich. Einzelmaßnahmen helfen hier nicht mehr weiter. Stattdessen brauchen wir eine öffentliche Diskussion, wie die Zwischenlagerung zukünftig sicher organisiert werden kann,“ so Staudte.

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