Grüner Naturschutzexperte im Gespräch mit NABU Nienburg

Auf Einladung des Grünen Landtagsabgeordneten Helge Limburg kam in dieser Woche der Grüne Agrar- und Naturschutzexperte, der Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen, mit Vertretern des NABU Nienburg zusammen. Auch das Grüne Kreistagsmitglied Jörg Brüning, Mitglied im Ausschuss für Landschaftspflege, Natur und Umwelt, nahm an dem Gespräch teil. Hauptthema war die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen und in den Landkreis Nienburg. Alle Teilnehmer zeigten sich im Grundsatz erfreut darüber, dass der Wolf nach so vielen Jahren auch in Niedersachsen wieder heimisch geworden sei. „Der Wolf wird sich hier fest etablieren“, zeigte sich Klaus Boße, Wolfsexperte vom NABU Nienburg, überzeugt.

„Wichtig sei vor allem, mögliche Wolfsrisse von Nutztieren schneller zu untersuchen und Entschädigungen schneller auszuzahlen“, betonte Jens Rösler, 1. Vorsitzender des NABU Nienburg. „Eine schnellere Entschädigung hat für uns eine hohe Priorität. Wir diskutieren zur Zeit verschiedene Modelle, um das Verfahren zu beschleunigen“, erklärte dazu der Landtagsabgeordnete Janßen. Es dürfe allerdings nicht übersehen werden, dass bei rund 40 Prozent der zunächst vermuteten Wolfsrisse tatsächlich Hunde für die Attacken verantwortlich seien. Einigkeit bestand darüber, dass es möglichst zeitnah landesweit einheitliche Vorgaben geben müsse, wie mit verhaltensauffälligen Wölfen oder bei Verkehrsunfällen angefahrenen Wölfen umzugehen sei. „Hier seien einheitliche Regelungen notwendig, die vor Ort schnell umgesetzt werden können“, erklärte Rösler. Er lobte gleichzeitig die Einrichtung des Wolfsbüros beim Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Das ist eine wichtige Anlauf- und Informationsstelle für die Menschen und Behörden“, so Rösler. Janßen betonte, dass auch Maßnahmen zum Schutz von Schafherden vom Land gefördert werden. „Die Anschaffung von Herdenschutzhunden kann in manchen Fällen sinnvoll sein. Das Land finanziert solche Anschaffungen“, erklärte Janßen. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Rückkehr des Wolfes grundsätzlich keine Bedrohung für Menschen sei. Entscheidend sei, ein Bewusstsein für das Zusammenleben mit dem Wolf zu entwickeln, das auf Respekt und nicht auf Angst basiere. Wichtig seien aber klare Handlungsempfehlungen und ein gut organisierter Umgang mit diesem Wildtier.

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