- Landesregierung täuscht die Öffentlichkeit über den wahren Standort Landessammelstelle für radioaktive Abfälle befindet sich in Leese

Der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel spricht von einer Täuschung der Öffentlichkeit durch das niedersächsische Umweltministerium. „Wenn in Jülich nur der Schreibtisch der Landessammelstelle steht, dort nur wenige Fässer mit Abfällen in den Anlagen der GNS bearbeitet (konditioniert) werden, aber offensichtlich alle Abfallfässer im Lager Leese landen, dann hat das Umweltministerium die Öffentlichkeit getäuscht.“ 

Erst im Jahre 1998 war die frühere Landessammelstelle in Steyerberg, nur wenige Kilometer von Leese entfernt, geschlossen worden. Die Altabfälle aus Steyerberg, 1485 Fässer a 200 Liter wurden im Lager Leese der Braunschweiger Firma Eckert & Ziegler Nuclitec (EZN) – damals noch Amersham Buchler - untergebracht. Der Bevölkerung im Landkreis Nienburg wurde allerdings bisher verschwiegen, dass in Leese seitdem auch die neue Landessammelstelle betrieben wird. Der regionale Landtagsabgeordnete Helge Limburg kritisiert diese Intransparenz: „Es hat den Anschein, als werde hier in Erwartung der berechtigten Empörung der Anwohnerinnen und Anwohner über reale gesundheitliche Gefahren die tatsächliche Praxis unter den Teppich gekehrt.“ 

Die Landesregierung hatte im Jahr 2002 die GNS in Jülich mit den Aufgaben der Landessammelstelle für Niedersachsen betraut. Im Jahr 2004 hatte dann die CDU/FDP Landesregierung auch die Anlieferung von Abfällen direkt an das Lager Leese ohne den Umweg über die Landessammelstelle in Jülich erlaubt. 

Die Grünen bereiten eine Große Anfrage vor, um die Mengen an radioaktiven Abfällen zu erfahren, die im Atommülllager Leese bisher eingelagert wurden und welche dieser Abfälle der Landessammelstelle in Jülich zuzuordnen sind.

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