Limburg: Wirtschaftsministerium muss aufklären Leckagen aus alten Öl- und Gasbohrlöchern

Aus alten Bohrlöchern in der Nordsee strömen erhebliche Mengen Gas, das haben Wissenschaftler des Geomar-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel herausgefunden. Die grüne Fraktion im Landtag hat nun mit einer Anfrage an die Landesregierung nachgeforscht, ob das Problem undichter Bohrstellen auch vor der niedersächsischen Küste und bei Öl- und Gasbohrungen an Land besteht.

Auch im Landkreis Nienburg gibt es 908 aktive bzw. stillgelegte Bohrlöcher. Die Landesregierung gibt in ihrer Antwort zu, dass sie keine Erkenntnisse zur tatsächlichen Höhe der Methanemissionen aus niedersächsischen Bohrlöchern hat. Trotzdem sieht sie keinen Untersuchungsbedarf. „Ob aufgegebene Erdöl- und Erdgasbohrungen dauerhaft sicher und dicht sind, wurde in Niedersachsen bislang nicht überprüft,“ kritisiert der Grüne Landtagsabgeordnete Helge Limburg.  

„Erdgas wird gerne als klimafreundlicher Energieträger beworben, doch dafür muss auch eine ehrliche Klimabilanz erstellt werden. Das Wirtschaftsministerium versucht jedoch, die klimaschädliche Wirkung von Gas-Leckagen aus Bohrlöchern kleinzureden.“

Die Untersuchungen der Forscherinnen und Forscher deuten darauf hin, dass die tatsächlichen Leckagen um das 10- bis 100fache über den offiziellen Angaben liegen. Limburg fordert Aufklärung: „Die Dichtigkeit alter Bohrlöcher muss zumindest stichprobenartig untersucht werden. Das Wirtschaftsministerium darf sich hier nicht allein auf die Angaben der Öl- und Gasindustrie verlassen.“

Die Forschungsgruppe des Geomar weist darauf hin, dass bei vielen Bohrungen oberflächennahe Gasschichten durchbohrt werden. Aus diesen Schichten kann dann durch Auflockerung des Bodens entlang des Förderstrangs Methan-Gas entweichen. Das Treibhauspotential von Methan ist um ein Vielfaches größer als das von Kohlendioxid. Damit spielt Methan eine wichtige Rolle beim Klimawandel.

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