Grüne fordern Offenlegung der Messergebnisse Limburg: An welchen Gewässern wurden antibiotikaresistente Keime nachgewiesen?

In Bächen, Flüssen und Seen in Niedersachsen finden sich antibiotikaresistente Keime, diese Meldung löste Anfang des Jahres vielerorts Besorgnis aus. Auf Druck der Grünen führte das niedersächsische Umweltministerium ein Sondermessprogramm durch. Die Messergebnisse liegen dem Umweltministerium nun vor, doch was genau die Untersuchungen an 80 Standorte in ganz Niedersachsen ergeben haben, hält Minister Lies zurück. Die Grünen im Landtag wollen nun alle Messergebnisse mit einer Anfrage öffentlich machen.

Der Grüne Landtagsabgeordnete Helge Limburg kritisiert: „Umweltminister Olaf Lies nahm höchstpersönlich die erste Wasserprobe und ließ sich mit hochgekrempelten Ärmeln fotografieren - hält dann aber die Messergebnisse zurück. Aufklärung sieht anders aus. Auch im Landkreis Nienburg in der Großen Aue (bei Steyerberg) und der Weser (bei Drakenburg) wurden Wasserproben genommen und ich will Klarheit, ob hier antibiotikaresistente Keime nachgewiesen wurden. Wir fragen daher alle Ergebnisse der 80 untersuchten Gewässerstandorte von der Landesregierung ab.“

Umweltminister Lies hat Ende September eine Zusammenfassung der Messergebnisse vorgestellt. Demnach wurden Resistenzen und Antibiotika nachgewiesen, die häufig in der Human- und Veterinärmedizin. Anlass zur Besorgnis sehe die Landesregierung jedoch nicht. Dazu Limburg: „Es ist nicht nachvollziehbar, wie der Umweltminister Entwarnung geben kann, obwohl es nicht einmal rechtliche Grenzwerte für die Bewertung der Gefahren von multiresistenten Keimen gibt. Im nächsten Schritt müsste die Landesregierung die Ursachen der Gewässerbelastung genauer untersuchen: Welche Rolle spielt die intensive Tierhaltung? Wie kann der Eintrag von Rückständen aus der Medizin verringert werden? Stattdessen versucht die Landesregierung, das Thema kleinzureden.“

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