Mangelnde Transparenz beim Abfalllager Leese

Die Stellplätze im Zwischenlager Leese seien seit Jahren zu nahezu 100% belegt und der Betreiber, die Firma Eckert&Ziegler mit ihrem Konditionierungsbetrieb in Braunschweig-Thune versucht den Geschäftsbereich der Abfallkonditionierung auszuweiten. In Braunschweig gedenke die Firma gegen den Willen den Bevölkerung eine Erweiterung des Betriebsgeländes durchzusetzen. Auch in Leese habe es, wie erst jetzt bekannt wurde, im Jahr 2010 Überlegungen gegeben, die Konditionierung von Abfällen durchzuführen.

Dazu erklärte der Nienburger Landtagsabgeordnete Helge Limburg, dass die Antwort der Landesregierung auf die grüne Anfrage zu den Zwischenlagern für schwachradioaktive Abfälle zu viele Fragen offen lasse. Die Aussagen würden im nächsten Schritt von einem Strahlenschutzexperten im Auftrag der grünen Landtagsfraktion bewertet, um zu überprüfen, ob die von der Landesregierung genehmigten Grenzwerte den Anforderungen genügen und ausgeschlossen werden könne, dass die Bevölkerung in Leese und Braunschweig gesundheitsschädlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt sei.

Limburg erklärte weiter: „Es hat sich die Vermutung bestätigt, dass in Leese nicht nur strahlende Abfälle von Eckert&Ziegler sowie der radioaktive Altabfall aus der früheren Sammelstelle Steyerberg lagern, sondern dass dort faktisch die Landessammelstelle für schwachradioaktive Abfälle für Niedersachsen betrieben wird.“ Offiziell sei die Landessammelstelle zwar nach Jülich in NRW ausgelagert worden und werde von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) betrieben. Nur ca. 46 Kubikmeter Abfälle lagerten aber tatsächlich in Jülich.

Der grüne Abgeordnete kündigte einen gemeinsamen Besuch des Lagers in Leese mit seinem Fraktionsvorsitzenden Stefan Wenzel an, um sich vor Ort ein Bild von den Leeser Lagerhallen machen zu können.

Zusätzlich wolle Limburg aber auch Einblick in die Genehmigung des Lagers Leese nehmen, zu der seit 2007 vier Änderungsgenehmigungen erlassen wurden. Limburg: „Wir brauchen mehr Informationen, um wirklich die Gefährdung der Bevölkerung durch die Lagerung des strahlenden Mülls beurteilen zu könne.“

Als erfreulich bezeichnete Limburg, dass sich die Vermutung nicht bestätigt habe, dass auch die Spedition Transkem, die auf dem Raiffeisengelände in Leese ihren Sitrz habe, dort strahlenden Abfall lagern dürfe. Die Firma, die zum französichen Daher Konzern gehört und radioaktive Materialien, u. a. auch Castortransporte durchführen darf, wirbt in ihrem Internetauftritt mit Lagermöglichkeiten für radioaktive Stoffe. Offensichtlich seien diese Lagermöglichkeiten aber an anderen Standorten des Konzerns und nicht in Leese vorhanden.

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