„Steigende Pachtpreise sind Gefahr für die bäuerliche Landwirtschaft“

In der vergangenen Woche traf sich der Grüne Ortsverband Mittelweser zu einer politischen Fahrradtour durch die Samtgemeinde Mittelweser. Erste Station der Radler war die Biogasanlage im Oehmer Feld, wo sich die GRÜNEN über die aktuelle Situation informierten. Hierbei handelt es sich um eine Anlage, die organische Abfälle verarbeitet und zu hygienisch einwandfreiem  Dünger umsetzt. Die Anlage muss ohne die hohe Förderung für die Mais verarbeitenden Anlagen auskommen. Die Wärme wird durch Hygienisierung der Gärreste und Holztrocknung genutzt. Durch die Ausgabe von Kommanditanteilen ist eine Bürgerbeteiligung möglich. Nach einem Zwischenstopp bei der Verbrennungsanlage für Biomasse, sowie der Staustufe und dem Wasserkraftwerk in Landesbergen, ging es nach Estorf. Hier befasste sich die Gruppe mit den Auswirkungen des Kiesabbaus auf die Landschaft und die Böden. Ortsverbandssprecherin Dr. Andrea Berkenhoff beklagte die zunehmende Verknappung von Flächen, die unter anderem durch den Kiesabbau aber auch durch den Flächenbedarf stark geförderter NaWaRo Biogasanlagen verschärft werde. Die Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen seien in den letzten Jahren drastisch gestiegen. „Die steigenden Pachtpreise gefährden in zunehmendem Maße die bäuerliche Landwirtschaft“ erklärte Berkenhoff. Der Landtagsabgeordnete Helge Limburg wies auf Landtagsinitiativen seiner Fraktion zum Stopp von Landgrabbing und zur Einführung einer Rohstoffabgabe auf Sand und Kies hin. „Damit könnte der Rohstoffabbau eingedämmt werden und zugleich würde die öffentliche Hand an der Kiesförderung partizipieren. Bislang ist Kies der einzige Rohstoff, auf den keine Abgabe gezahlt werden muss“ so Limburg. Leider sehe die CDU im Landtag die steigenden Pachtpreise nichtmal als Problem an. Von Estorf aus ging es nach Schessinghausen (Gemeinde Husum). Dort informierten sich die Teilnehmer über das Solarkataster in der Gemeinde Husum. In diesem werden sämtliche Photovoltaikanlagen der Gemeinde verzeichnet und an die so genannte „Solarbundesliga“ übermittelt. Diese stellt einmal jährlich ein Ranking der Solarstrom produzierenden Gemeinden und Städte auf. Ziel des Projektes ist es, durch den Vergleich Anreize für eine Steigerung der Solarstromproduktion zu setzen. Der vorletzte Stopp wurde im Energiewald Brokeloh eingelegt, wo ein privates Projekt zur Nutzung von Miscantus giganteus zur Wärmegewinnung mit Flächenbedarf und Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgestellt wurde, bevor die Tour in der Landesberger Mühle bei Kaffee und Kuchen des Heimatvereins einen gemütlichen Abschluss fand.

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